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30.5.2022

Begeistern mit gutem Webdesign

Die UX Ihrer Webseite ist nicht Etwas, das man hinzufügt oder weglässt. Es ist immer vorhanden – es ist das Erlebnis Ihrer Kundschaft mit Ihrer Webseite. Und Sie haben vollen Einfluss darauf.

Wenn Sie Ihre Benutzer kennen und clevere Designentscheidungen treffen, optimieren Sie Ihre Webseite und machen Ihrer Kundschaft das Leben einfacher.

Zuerst die Basics

Um zu verstehen, wie UX funktioniert und eingesetzt werden kann, muss zuerst klar sein, was UX ist: Beim Design einer Webseite spricht man generell immer entweder über das User Interface (UI) oder die User Experience (UX). Beide sind wichtig.

Das UI definiert den visuellen Teil der Webseite: Farben, Schriften, Formen, Bilder und Videos – die Corporate Identity einer Webseite. Hier spielen die Markenentwicklung und die digitalen Guidelines eine immense Rolle. Dazu können Sie mehr im Beitrag Was ist eine gute Marke? erfahren.

Die UX hingegen befasst sich mit Struktur, Navigation, Hierarchie und Userführung einer Webseite. Die UX beschreibt somit die Interaktion mit dem Produkt sowie das Erlebnis oder die Emotionen, die dabei hervorgebracht werden. UX Design setzt den Menschen und dessen Wahrnehmung ins Zentrum der Designentscheidungen.

Ist denn das überhaupt relevant?
«Das Internet ist für uns alle Neuland»

Entgegen der Aussage der Ex-Bundeskanzlerin Deutschlands Angela Merkel, ist das Internet und seine Webseiten präsenter und vertrauter denn je. Vor allem Webdesign hat deutlich an Relevanz gewonnen. Die technischen und gestalterischen Möglichkeiten haben sich in einer sehr kurzen Zeit verbessert und bieten eine schier endlose Spielwiese an Umsetzungsmöglichkeiten. Mit diesem Fortschritt wachsen aber auch die Ansprüche der Benutzer (User). Die Toleranz gegenüber Fehlern und schlechter Umsetzung sinkt hingegen zunehmend.

Mit gutem Webdesign (und somit guter UX und UI) holen Sie Ihre Kundschaft besser ab. UX bedient die Bedürfnisse Ihrer Kunden und stellt diese in den Mittelpunkt. Das Ziel ist es, positive Erlebnisse mit Ihrer Marke oder Ihrem Produkt zu bieten. Diese Erlebnisse steigern wiederum die Loyalität Ihrer Kundschaft. Zusätzlich ermöglicht Ihnen eine intuitive und aussagekräftige User Experience, die Kundschaft in ihrer Journey zu führen. Dies wiederum führt zu Handlungen oder Abschlüssen und schlussendlich zum Geschäftserfolg.

Psychologie und Design gehen Hand in Hand

Die Grundlage für eine gute UX ist die menschliche Psychologie. Es geht darum, sich psychologische Prinzipien zu Nutze zu machen, um intuitive und verständliche Produkte (Webseiten) zu designen. Denn wer weiss, wie Menschen funktionieren, kann Produkte danach optimieren. Es gibt viele verschiedene psychologische Theorien und Regeln, die in UX Design einfliessen.

Generell befassen sich UX Prinzipien damit, wie User Muster erkennen und wie sie lernen oder aber Gelerntes im Web anwenden können. Wir werden in diesem Beitrag nicht auf das gesamte Feld der Psychologie eingehen können (und wollen), deshalb die drei nachfolgenden Regeln, die einen kurzen Einblick bieten sollen:

Hick’s Law

Die Zeit, die es braucht, um eine Entscheidung zu treffen, nimmt mit der Anzahl und Komplexität der Entscheidungen zu. Daraus lassen sich einige Tipps für das Design Ihrer Webseite ableiten:

Minimieren Sie die Auswahl, speziell wenn Reaktionszeiten entscheidend sind.
Teilen Sie komplexe Aufgaben in kleinere Schritte auf.
Bieten Sie den Benutzern Hilfestellung in komplexen Abläufen.
Achten Sie aber darauf, nicht bis zur Abstraktion zu vereinfachen.

Jakob’s Law

Ihre Benutzer verbringen die meiste Zeit auf anderen Websites. Dies bedeutet, dass Benutzer es vorziehen, wenn Ihre Webseite genauso funktioniert wie alle anderen Webseiten, die sie bereits kennen. Durch die Nutzung vorhandener mentaler Modelle können sich die Benutzer auf ihre Aufgaben konzentrieren, anstatt neue Modelle zu erlernen. Dies ist zum Beispiel bei der Navigation sehr hilfreich: platzieren Sie das Menü, wo der User es erwarten würde. Brauchen Sie klare Buttonformen oder Icons, um die Interaktion mit der Seite möglichst intuitiv zu halten.

 

Benutzer übertragen Erwartungen, die sie um ein bekanntes Produkt herum aufgebaut haben, auf ein anderes Produkt, das ähnlich erscheint. Also stehen Sie in grosser Konkurrenz zu bestehenden Designsystemen. Machen Sie sich dies besser zu Nutze statt sich dagegen zu stellen.

Von Restorff-Effekt

Der Von Restorff-Effekt (auch bekannt als der Isolationseffekt) besagt, dass bei der Darstellung mehrerer ähnlicher Objekte dasjenige, das sich vom Rest unterscheidet, am ehesten erinnert wird. Dies ist wohl eine der nachvollziehbarsten Regeln, denen wir tagtäglich begegnen. So nutzen Sie diesen Effekt optimal:

Machen Sie wichtige Informationen oder Schlüsselaktionen optisch unverwechselbar: Heben Sie z.B. ein lukratives Angebot hervor, oder heben sie den Kontaktbutton besonders hervor, um Abschlüsse zu pushen.
Seien Sie jedoch zurückhaltend, wenn Sie visuelle Elemente betonen, um zu vermeiden, dass sie miteinander konkurrieren und um sicherzustellen, dass auffällige Elemente nicht fälschlicherweise als Werbung identifiziert werden.

Wie wenden Sie UX an?

UX ist ein riesiges Feld, das viele Tools und Methoden kennt. Alle anzuwenden, wäre nicht nur sehr zeitintensiv, sondern auch nicht immer sinnvoll. Grundsätzlich sollten Sie immer einen Grundprozess verfolgen und diesen mit mehr oder weniger Arbeitsschritten füllen.

Der Prozess der nutzerorientierten Gestaltung sollte immer iterativ und optimalerweise in wiederholtem Austausch mit den Endbenutzern stattfinden. Die Gestaltung sollte auf einem umfassenden Verständnis der Benutzer und deren Aufgaben sowie Umgebung basieren.

1 – Nutzungskontext verstehen und beschreiben
Dies ist die Phase, in der Sie sich in den User hineinversetzen. Versuchen Sie zu verstehen, was die Aufgaben und Herausforderungen der Benutzer sind, wenn diese auf Ihre Webseite gelangen. Am besten befragen Sie Ihre Zielgruppe direkt. Erstellen Sie Ist-Szenarien und Kontextmodelle, um die Ausgangslage zu verstehen. Analysieren Sie aber auch Ihre Marke, Ihre Ziele und Ihre Konkurrenz, um ein gesamtheitliches Bild zu erhalten. Diese Phase kann sehr tief gehen und viele Analysen und Umfragen beinhalten. Sie können am besten einschätzen, wie genau Sie Ihre Kundschaft verstehen wollen – unsere Empfehlung ist: schaffen Sie ein möglichst tiefes Verständnis, um im weiteren Prozess effiziente und fundierte Entscheidungen treffen zu können.

2 – Nutzungsanforderungen festlegen
Um die Anforderungen zu definieren, können Sie Ihre Zielgruppe z.B. in Personas definieren. Storyboard und Customer Journey Maps dienen dazu, das Verhalten der Benutzer exemplarisch aufzuzeigen. So können Sie in dieser Phase schon erste Hürden entdecken und aus dem Weg schaffen.

3 – Erarbeiten von (Gestaltungs-)Lösungen
In dieser Phase wird der Prozess etwas visueller und die UI-Thematik kommt hinzu. Erarbeiten Sie zuerst einfache Seitenstrukturen und Wireframes (skizziert oder digital), die Sie dann mit Stakeholdern und Usern validieren und hinterfragen können. Mit der Zeit kann immer mehr Farbe ins Spiel kommen: Moodboards und erste Screendesigns machen den Prototypen erlebbarer. Durch den iterativen Prozess von Prototyping und Testing gelangen Sie zu einem High-fidelity Prototypen, welcher in Folge programmiert werden kann.

4 – Evaluieren der Gestaltungslösung
Testen und hinterfragen Sie die Prototypen Ihrer Webseite immer wieder anhand der Nutzungsanforderungen. Vielleicht müssen Sie die Zielgruppe nochmals beleuchten? Vielleicht war die Seitenstruktur doch nicht so verständlich, wie Sie angenommen hatten? Diese Probleme tauchen erst im Austausch mit den echten Benutzern auf, wenn diese die Seite testen. Involvieren Sie Ihre Benutzer so oft wie möglich, auch schon in den frühen Designphasen.

Noch ein Tipp: ein UX-Prozess ist optimalerweise nie beendet. Nach dem Go-Live einer Seite sollten Sie weiter beobachten und optimieren. Nach dem Go-live ist vor dem Go-live. Auch hier können Sie wieder eine Bedürfniserhebung, ein Usertesting oder ein Modell einer besseren Funktion machen. Bleiben Sie am Ball, es lohnt sich.

 

 

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